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24. April 2009, 06:21

Broncos im Europacup in Thonon nur Aussenseiter

Die Calanda Broncos vor einer schweren Aufgabe!

Die Calanda Broncos steigen am Samstagabend in den Efaf-Cup 2009, dem Pendant zum Uefa-Cup im Fussball. Auswärts bei den Thonon Black Panthers bekommen es die Bündner mit dem französischen Vizemeister, der aktuellen Nummer 12 Europas, zu tun.

Brüttisellen, 23.4.09 (mk) Für die Broncos ist die Aufgabe in Thonon zweifellos eine sehr hohe Hürde. Die Franzosen weisen ebenso viele Importspieler in ihrem Kader auf wie die Broncos und haben am letzten Samstag den Gegner aus der Efaf-Gruppe 1, den Vorjahresfinalisten Parma Panthers, auswärts mit 40:14 vorgeführt. Dass der französische Football zu den stärksten Europas gehört, mussten auch die Broncos schon einmal erfahren, als man 2004 im Eurobowl-Wettbewerb dem damaligen Meister Paris Flash zu Hause mit 6:28 unterlag. «Die Panthers sind gross, schwer, körperlich stark und verfügen über mehrere blitzschnelle amerikanische Ballträger», weiss Broncos-Quarterback Marko Glavic, «wir müssen physisch für ein hartes Spiel bereit sein, ansonsten werden wir überlaufen». Dies musste am letzten Samstag auch Parma auf die harte Tour lernen, besonders US-Running Back Jason Jackson sorgte mit drei Touchdown-Läufen (zwei davon über 50 Yards) für Furore.

«Die Black Panthers spielen die wohl stärkste Wing-T-Offense in ganz Europa», so Broncos-Allround-Athlet Aaron James, «aus der Schweiz kennen wir diese Angriffsstrategie von den Zürich Renegades. Wir werden sehr diszipliniert spielen müssen, ansonsten werden wir überlaufen oder von versteckten Pässen überrascht.» Der Amerikaner muss es wissen, spielte er doch in der Saison 2007 selbst für die Thonon Black Panthers. Als Quarterback führte er Thonon bis ins (verlorene) französische Endspiel, ehe er zu den Broncos in die Schweiz wechselte. Sein Wiedersehen mit seinen alten Teamkollegen freut den 26-Jährigen: «Natürlich ist es schön, gegen die ehemaligen Kollegen spielen zu können, umso mehr, dass es für mich das erste Mal ist, dass ich in Europa im europäischen Wettbewerb dabei bin. Wir werden sicher alles geben.» Die amerikanischen Importspieler der Franzosen haben seit James' Zeit in Thonon zwar gewechselt, zahlreiche einheimische Spieler sind aber noch an Bord. «Sie sind körperlich massiv und dazu sehr gut gecoacht», meint James, der bei den Broncos eine Art Jokerrolle auf verschiedenen Positionen innehat, «wir sind ganz klar Aussenseiter, und es wird sicher ein hartes Stück Arbeit.»

Auch bezüglich der Grösse des Vereins bewegen sich die Franzosen, die seit 2005 vom Kanadier Larry Legault gecoacht werden, in einer anderen Dimension: Derweil die Bündner in allen Teams knapp 100 Aktive in vier Teams zählen, lizenzierten die Black Panthers letzte Saison nicht weniger als 732 Spieler (davon 572 in der Flagfootball-Schule für Kinder). Auch das Budget der Franzosen ist mit 450'000 Schweizer Franken rund viermal höher als jenes der Calanda Broncos. Trotzdem reisen die Broncos nicht ohne Hoffnung nach Thonon, nicht zuletzt dank der potenten Pass-Attacke, die zuletzt Genf und Winterthur nach allen Regeln der Kunst zerpflückte. «Klar, Thonon ist ein anderes Kaliber, aber ganz chancenlos sind wir nicht», ist auch James verhalten optimistisch. Um eine optimale Vorbereitung für das grosse Spiel zu gewährleisten, reisen die Broncos bereits am Freitag an den Genfersee, Kickoff für das grosse Spiel im Stade J. Moynat ist am Samstagabend um 18 Uhr.

Sportheute.ch wird live in Thonon les Bains dabei sein!

Leserkommentare (3) »

Nr.4 Aaron James im Calanda Dress und auf dem Titelfoto im letztjährigen Dress der Black Panthers aus Thonon.