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25. Mai 2009, 09:15
Winterthur Warriors besiegen Berner Grizzlies
Winterthur - Im vierten und letzten regulären Heimspiel dieser Saison auf dem Deutweg empfingen die Warriors die Bern Grizzlies. In einem sehr harten aber jederzeit fairen Spiel besiegten die Warriors die Grizzlies vor rund 400 Zuschauern mit 24:14. Mit dem vierten Sieg in Folge belegen die Warriors den dritten Platz in der NLA. Dank einem Sieg der Calanda Broncos über die Zurich Renegades finden sich die Bündner auf der Leaderposition wieder, dahinter folgen die Renegades und die Warriors - alle drei mit identischer Punktzahl wobei die Direktbegegnung über die abschliessende Rangliste entscheidet. Im direkten Aufeinandertreffen im Derby am Pfingstmontag, könnten die Warriors die Zurich Renegades mit einem Sieg sogar überholen.
Brüttisellen, 25.5.09 (mk) Nachdem am Vormittag die Junioren der Warriors sehr knapp mit 21:24 den Bernern unterlegen waren, musste das Fanionteam in der Nachmittagshitze gegen die Hauptstädter an den Start.
Coach Bill Ramseyer musste gleich auf mehrere Stammspieler verzichten, so fehlte neben Salvatore Frisullo mit Joseph Kinne ein weiterer Verteidiger. Der norwegische National-spielerKinne handelte sich vor Wochenfrist eine schwere Fingerverletzung ein, welche letzte Woche erfolgreich operiert werden konnte. Dafür kehrte mit Lorenzo Biasio eine wichtige Stütze ins Team zurück. Biasio verbrachte die letzten 9 Monate an der Universität von Toronto wo er neben seinem Studium ins Football-Team aufgenommen wurde und dort wichtige Erfahrungen sammeln konnte.
Die Berner Grizzlies sind bekannt für ihre schweren und grossen Linienmänner, sowohl im Angriff wie auch in der Verteidigung. Diese Spieler können eine Partie mit ihrem Druck entscheiden sodass die Warriors sich auf harte Kämpfe direkt an der Anspiellinie einstellten. Im vierten Spielzug nach dem Kickoff schien der Winterthurer Quarterback Randy Hippeard gleich zur Beute der anstürmenden Grizzlies zu werden. Doch Hippeard riss sich los, drehte sich wieder in die richtige Richtung und brachte einen seiner gefürchteten 30-Meter-Pässe zu einem erneuten First Down an der Berner 20-Yard-Markierung an. Tom Weiler, heute sowohl in der Offense wie auch in der Defense eingesetzt, tankte sich kontinuierlich aber mit deutlich mehr Aufwand durch die
gegnerische Linie. Hippeard selber eröffnete nach wenigen Minuten das Skore indem er den Ball selber in die Endzone trug und danach mit einem QB-sneak auch die 2-Point-Conversion sicherte.
Die beiden Verteidigungsmannschaften verhinderten bis zur Halbzeitpause weitere Punkte,trotzdem war das Spiel äusserst abwechslungsreich und jederzeit auf einem sehr hohen Niveau. Der Berner Quarterback wurde mehrfach unter Druck gebracht und beispielsweise von Oliver Baggenstoss hart zu Boden gebracht. Doch auch der Winterthurer Spielmacher Hippeard konnte sich der Berner Aggression nicht immer entziehen und fand sich einige Male auf dem Rücken wieder. Für eine Schrecksekunde sorgte ein Punt Returner der Berner. Auf den von den Warriors gekickten Ball wartend, hob der Spieler regelkonform seinen Arm über den Helm und zeigte einen Fair Catch an, also dass er nach dem Fangen des Balles keinen Schritt vorwärts machen würde und entsprechend nicht berührt werden darf. Da er den Ball aber nicht dingfest machen konnte und dieser nach der Berührung in Richtung eigene Endzone rollte, war er für beide Mannschaften frei. In letzter Not konnte das Berner Team einen weiteren Punktgewinn für die Warriors verhindern und den Ball an der eigenen 1-Yard-Linie sichern.
Den Start ins dritte Viertel fanden die Berner deutlich schneller als die Warriors. Die Berner hatten die besseren Spielzüge auf Lager und verkürzten auf 8:7. Randy Hippeard liess trotz der Gluthitze das Blut in den Adern der Zuschauer gefrieren, als er kurz hintereinander zwei unpräzise Pässedirekt in die Arme der Gegner warf. Im ersten Fall konnte der Verteidiger den scharf geworfenen Ball nicht festhalten, beim zweiten Mal war er erfolg-reicher und sorgte für ein Turnover. Damit waren die Gäste im Vorteil, doch bissen sie sich an der sehr starken Winterthurer Defense die Zähne aus. Selbst wenn immer wieder grosse Raumgewinne erzielt werden konnten, die Winterthurer Abwehr stemmte sich im richtigen Moment mit aller Kraft gegen die anstürmenden Grizzlies und verhinderte zu Beginn des letzten Spielabschnittes ein erneutes First Down an der eigenen 19-Yard-Linie. Die Berner stellten sich für einen Field Goal Versuch auf, faktisch wollten sie aber die Warriorsabwehr mittels Trickspielzug und Pass aushebeln. Es war dann Brandon Moore, der pfeilschnelle amerikanische Defense-Spieler in den Reihen der Warriors, der den Ball anstelle des anvisierten Berners aus der Luft pflückte und die Zuschauer mit seiner Wendigkeit und Geschwindigkeit verzückte. Moore trug den Ball über geschätzte 80 Yards von der eigenen bis in die gegnerische Touchdown-Zone und trug zur Vorent-scheidung dieses Spiels bei. Selbst der Spielstand von 16:7 wenige Minuten vor Schluss liess die Berner nicht aufstecken, sie schafften es gar mit dem Mut der Verzweiflung das Tempo noch einmal zu erhöhen, was den Warriors noch mehr abverlangte. Tom Weiler zum einen und Jeremy Lim zum anderen konnten die gegnerischen Ballträger nach erneuten First Downs stoppen und ein Durchbrechen verhindern. Brandon Moore brachte das Kunststück fertig einen enteilten Ballträger nur zwei Yards vor der Endzone durch einen harten Hit aus dem Feld zu drängen. Doch der Anschluss-Touchdown konnte aufgrund dieser für die Grizzlies hervorragenden Ausgangslage nur verzögert werden, schon stand es wieder 16:14 - geschätzte 4 Minuten vor Spielende.
In der Schlussphase gewannen die Warriors wieder die Oberhand und liessen nichts mehr anbrennen. Zuerst brachte Brandon Morre den Kickoff-Return bis kurz vor die gegnerische Red Zone, danach waren es Jan Vogler und Tom Weiler die via Pass und Run bis 2 Yards vor die Berner Endzone gelangten. Im dritten Versuch fand Weiler die Lücke in der Berner Abwehrmauer zum 24:14 (inkl. 2-Point-Conversion). Der Schiedsrichter hatte bereits darauf hingewiesen, dass weniger als zwei Minuten auf der Spieluhr verblieben. So setzten die Berner alles auf eine Karte und versuchten mit schnellen Pässen noch einmal den Anschluss zu finden. Aber Marco Faiulo schaffte es gleich zweimal hintereinander, diese Pässe unschädlich zu machen und weitere wertvolle Sekunden verstreichen zu lassen. Mit dem Schlusspfiff wurde endlich die Negativserie gegen die Bern Grizzlies beendet. Seit 2006 konnte man kein einziges Spiel gegen die Berner gewinnen, dazu gehört auch der verlorene Swiss Bowl von 2007.
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Foto Alice Mahlherbe

Foto Alice Malherbe

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