Dienstag, 22. Mai 2012, 07:27:57 Uhr

11. März 2010, 22:01

Willkommen im House of Pain

Sie schwitzen, zeigen verzerrte Gesichter und können es kaum erwarten, dass die Saison bald beginnt. Basels Nr.1 - die Gladiators quälen sich tagtäglich im Kraftraum und bereiten sich schweisstreibend auf die neue Saison vor. Im House of Pain hört man ausser keuchen, stöhnen und ächtzen schon längst nichts mehr anderes. Die Boys sind wahre Gladiatoren, die wissen was auf sie zukommt. Wer ein echter Gladiator ist, der gibt alles für sein Team. Dwaine Wood hat dieses Jahr in aller Stille sein Dreamteam geformt. Zusammen mit den Neuverpflichtungen wollen auch die Gladiators weit vorne mitreden.

10.3.2010 Brüttisellen (mk) Dwaine Wood steht mitten im Fitnessraum und schaut seinen Gladiatoren begeistert zu. Bis 130-140-ja gar 150kg stemmen seine Spieler empor. Sein Gesicht strahlt er ist von seiner Mannschaft überzeugt. Die neue Saison steht vor der Tür und im Gegensatz zu anderen Jahren ist es im Camp der Gladiatoren still geblieben. „Statt Trompetengebläse Arbeit!“ sagt Wood kurz dazu. Noch nie seit er in Basel ist, hätten die Jungs so hart an sich gearbeitet. Und noch nie seien sie so geschlossen und entschlossen ins Training gekommen. Um es kurz zu machen, auch die Gladiatoren wollen dieses Jahr nicht einfach Kanonenfutter sein. „Das Ziel mitzureden um die Krone im American Football muss einfach sein! Wir glauben an unsere Chance, wir sind bereit, alles dafür zu geben und zu tun.“ sagt der 45-Jährige Headcoach der Basel Gladiators.

Mit der Entwicklung der Liga bin ich nicht einverstanden

Die Entwicklung der Liga gefällt mir überhaupt nicht. Es entspricht nich meiner Philosphie mit so vielen Profis zu spielen. Wir haben genug Nachwuchs in den eigenen Reihen der Clubs um gute Teams zu formen. Amerikanische Coaches hingegen, dass ist die Lösung. Die können uns American Football vermitteln und nochmehr in die Geheimnisse des Footballs einführen. Dass ist aber auch das Einzige, dass mir persönlich Freude macht, dass was ich bei den Konkur-renten sehe. Um aber mit allen mitzuhalten, waren wir bei den Gladiators ebenfalls gezwungen „unsere“ Profitruppe zu organisieren. Dank Sponsoren, die an unsere Entwicklung glauben und vor allem unser Juniorenarbeit einzigartig finden, haben wir halt auch vier Profis engagiert. Allen voran darf der Amerikaner Tyler Bergan wohl als Glücksfall bezeichnet werden.

Neues Spiel und neues Glück?

Ich würde sagen neuformierte Truppe gute Truppe. Obwohl der Stamm der letztjährigen Spieler geblieben ist, haben wir uns auch da weiterorientiert, verbessert und erneuert. Die Saison lief für uns im B nach dem Abstieg harzig. War aber doch auch verständlich. So habe ich die Abschluss-niederlage gegen den B-Stadtrivalen nicht tragisch genommen. Wir waren ja bereits wieder im A. Die Jungs hatten nach dieser Saison einfach genug auf holprigen Plätzen gespielt. Was willst du nach dem Aufstieg da noch gewinnen?

Wie siehst Du die neue Saison mit den vielen Profis?

Es wird wohl eine noch nie dagewesene Nati A Saison geben. Solchen Football in dieser Qualität wird in der obersten Liga einmalig sein. Doch man darf nie vergessen, es wird überall nur mit Wasser gekocht und wenn kein Geld mehr fliesst, werden die Profi schnell wieder weg sein.

Während unserem Gespräch läuft es im Gladiatorenraum ohne lautes Geschnorr weiter. Die Spieler quälen sich, kommen zwischendurch ihren Coach fragen, wie siehst du dies - oder das? Die Programme für die Kraftakte stammen alle aus Woods Feder und er hat für jeden Einzelnen ein speziell auf den Mann ausgerichtetes Programm zusammengestellt. Einzig das Ahhhhhhhhhhh! Das Ohhhhhhhhhhh! Oder mal einen Schrei wenn die Gewichtslimite überschritten oder nicht gestemmt werden konnte, dringt nach draussen.

Die Gladiatoren rüsten zum Kampf

Jeden einzelen Gladiator kann man unabhängig voneinander über die Ziele fragen, alle haben das Gleiche und alle sind fest entschlossen, es auch zu erreichen. Seit Monaten haben sie sich auf die Saison vorbereitet. Und wenn du einen herauspickts, schaut dir eine feste kalte Miene ins Gesicht, die ohne Worte sagt :“Wir sind bereit, wir wollen gewinnen!“

Die Nr. 1 in Basel

Die Gladiators sind also nach einem Jahr Nati B wieder im A und damit wieder Vorzeigeclub auf Basler Terrain. Darauf sind sie stolz und geniessen es, wenn sie auch wissen, sie müssen noch mehr dafür tun, dass es diesmal klappt. Die Rivalität auf dem Basler Stadtgebiet finden Dwaine und die Spieler o.k. Wenn auch manchmal übertrieben wird. Doch für uns ist es wichtig, dass wir im A Spielen. Wenn nächstes Jahr nochmals ein Basler Team den Aufstieg schaffen sollte, wäre es für Dwaine Wood eine grosse Bereicherung für die Liga. Dazu gehören aber dennoch viele Dinge, die man nicht planen kann, dass hätte er selber in der B-Saison erfahren müssen - sagt Dwaine. Und, da der nächste B-Sieger auch noch gegen den Absteiger der obersten Spielklasse kämpfen muss, schaut er es eher für unwahrscheinlich an, dass es der B-Aufsteiger wie immer er auch heisst, kaum schafft.

**********************************************************

Daniel Glauser mit einem Stipendium im Sack an das New Mexico Junior College

Der 20-jährige Daniel Glauser 135kg Mann gegen 2 Meter gross, hat einst bei den Junioren der Gladiators angefangen und hat vor einer Woche den Vertrag des New Mexico Junior Football Colleges unterschrieben. Am 1. August wird er abreisen- über den Teich in die USA. Daniel ist sozusagen ein Gladiators Produkt mit grosser Zukunft. Die Saisons wird er aber mit den Gladiators weiter absolvieren, da in Amerika ja ein anderer Spielplan vorherrscht und er in dieser Zeit keine Spiele hat.

Auf dem Weg zum grossen Ziel

Daniel Glauser lebt für den Football und das schon seit Jahren. Die Chance die der 20-jährige Gladiator bekommen hat, ist wohl einmalig. Er weiss aber auch, dass seine Qualitäten seine Grösse, sein Körperbau und die damit verbundene Bodenhaftung und die gute Koordination den Ausschlag gegeben haben. „Ich war zwei mal am College zur Probe.“ Letzte Woche habe ich nun den Vertrag bekommen. Daniel der im Kraftraum gegen 140kg und damit 10kg mehr als sein Körpergewicht drückt, und dank seinem Wood Spezialtraining Leichtathletikwerte wie ein Zehnkämpfer hat, freut sich darauf. Aber lassen wir ihn selbst ein paar Fragen beantworten:

Sport-heute.ch

Daniel, Du bist nun also einer der Auserwählten der New Mexico Junior College Kaderschmiede für Footballer. Wie fühlt sich das an, als du letzte Woche den Vertrag unterschrieben hast?

Daniel: Ein tolles Gefühl!

Sport-heute.ch – Möchtest Du den Football Profi werden?

Daniel - Klar, ich weiss aber dass es dazu viel braucht und vor allem noch mehr Einsatz meinerseits erfordert.
Ich wäre der erste Schweizer, der in der Division One College Liga spielen würde. Hier werden dann die Profis gedraftet.

Sport-heute.ch – Was sagen Deine Eltern dazu?

Daniel – Sie unterstützen mich, wo es geht und finden mein Vorhaben toll.

Sport-heute.ch – Weissst Du dann schon, wie der Tagesablauf im New Mexico Junior Colleg ist?

Daniel – Ja. Am Morgen um Fünf Uhr ist Aufstehen, dann in den Kraftraum. Um Sechs Uhr 15 ist Morgenessen, dann Schule bis ca. 1300 Uhr. Dann Pause bis 1500 – Zeit für Aufgaben und gegen 1530 Uhr ist Footballtraining auf dem Platz. 1830 Uhr ist Nachtessen und am Abend ist wieder Kraftraum angesagt. Dann ist Lichterlöschen.

Sport-heute.ch – Wie ist das mit der Ernährung?

Daniel – Die wird für jeden speziell zusammengestellt. Jeder erhält seine besondere Frucht-Säfte, es wird geschaut auf die ausgewogene und auf einem Footballspieler zusagende gesunde Ernährung. Das wird genau kontrolliert.

Sport-heute.ch – Was ist das für ein Camp?

Daniel – Eigentlich ist es ein Militärcamp für die Ausbildung von Offizieren etc. Wir müssen auf dem Camp ebenfalls Uniform tragen. Natürlich eher Ausgangsuniform. Wir erhalten 3 Stück verschiedene Uniformen für jeden Anlass. Dazu wohnen wir dort und alles drum herum inkl. Schule und Campleben wird vom College bezahlt. Am Wochenende haben wir auch Ausgang. Ich bin schon mit ein paar Kollegen über Facebook im Gespräch. Die gehen dann ins Kino oder mal richtig gut Essen. Das Leben sei aber auf dem Campus einmalig und einfach toll und man lerne unheimlich viel, sowohl in schulischer Hinsicht, wie auch auf dem Footballrasen. Ich freue mich.

Marcel Krebs (Alle Fotos und Text)

Leserkommentare (41) »

Ich will einmal American Football Profi werden. Daniel Glanser.

 

Weitere Bilder:   [ 1 - 10 ]   [ 11 - 11 ]