Mittwoch, 23. Mai 2012, 04:20:50 Uhr

11. Oktober 2010, 14:17

Die Sophomores der Zurich Renegades sind Schweizer Meister

In einer nie zu Diskussion stehenden Partie, wer den Titel holt, gewannen die Sophomores aus Zürich überlegen den Schweizer Meistertitel. In einer hochstehenden Partie schlugen sie ihren Herausforder die Cineplexx Blue
Devils hoch mit 8:26. Sie waren physisch und psychisch die stärkere Mannschaft und die Robustheit ihrer schnellen Leute ist gross. Für die athletischen Burschen aus Zürich war für die Hohenemser heute kein Kraut gewachsen.

Brüttisellen, 11.10.10 mk (mk) Die Zurich Sophomores gewannen am Sonntag ihren zweiten Schweizer Meistertitel. Ein Titelgewinn ist immer schön, doch wie die Jungs aus Zürich zu ihren Ehren kamen, ist umso bemerkenswerter. Eine äusserst disziplinierte Truppe mit dem Willen zum Sieg liess von allem Anfang an keine Zweifel offen, wer Meister wird.

Der Meister mit vielen Plus

Athletisch, physisch und psychisch waren die Sophomorers dem Gastgeber aus Hohenems überlegen. Dabei muss auch erwähnt werden, dass sie von einem hervorragenden Coaching profitierten, dass ihnen in einer Weise des Respektes Anweisungen gab, dass jeder der Jungs beim Einsatz zur Höchstform auflief. Zu überlegen wäre noch, welcher Spieler jetzt den entscheidenden Impuls zum Sieg beigetragen hätte, doch wenn man auch mit der Nr.87 oder Nico Jeuch zwei hervorragende Leute besass, so hat doch ganz eindeutig die gesamte Mannschaft, das Kollektiv Sophomores gewonnen. Der Zusammanhalt, der Wille jedes Einzelnen, haben die Sophomores zum Erfolgsteam geformt, dem auch im Endspiel schlussendlich auch die letzte noch ungeschlagene Mannschaft aus Hohenems - die Cineplexx Blue Devils, auch nicht paroli bieten konnten. Das Ensemble der Zurich Sophomores war ganz einfach die verschweisstere und homogenere Mannschaft.

Viel Freude für die Zukunft

Was aber beide Teams jetzt schon an technischer Raffinesse an den Tag legten, war höchst bemerkenswert. Was in einigen wenigen Jahren bei den Seniors grosse Früchte tragen wird, sahen die fast tausend Zuschauer am Sonntag in Hohenems. Es zeigte sich auch, welche Mannschaften in der Nati A für eigenen erfolgsversprechenden Nachwuchs sorgen - nämlich die, die an diesem Gameday teilgenommen haben. Mit Überzeugung werden diese Jungs dafür sorgen, dass in Zukunft Spieler aus der Schweizer Liga für neuen Wind sorgen werden.

Der Spielbericht

Leider suchte ich ein weiteres Mal vergebens nach einem Roster oder ähnlichem. Dieses Manko sollte doch endlich von den Verantwortlichen ausgebessert werden.

Den Anfang und die ersten starken Spielzüge machten allerdings die Blue Devils. In der dritten Spielminute passierte den Hohenemsern genau das, was sie später das ganze Spiel begleiten würde. Ein Unsicherheit, ein Nachlässigkeit eines nicht richtig gefangenen Balles nutzten die Sophomores mit ihrer Nr. 87 mit einem Fumble zum ersten Touchdown aus. Dieser Schock sass tief und machte die unsicheren Hohenemser noch mehr match. Auch konnte der Hohenemser Quaterback Simon Lamprecht (15) alleine wenig ausrichten, wurde er doch immer wieder von den eigenen Leuten im Stich gelassen. Er erdrippelte sich jedoch wunderbare Szenen.

So erhöhten die Zürcher von Quarter zu Quarter ihren Punktestand. Meist resultierten die Punkte aus Kapitalfehlern auf Hohenemser Seite. Das 0:12 zur Halbzeit war für die Blue Devils eher gnädig ausgefallen.

Die zweite Hälfte ganz im Zeichen der Sophomores

Zusetzen konnten die Blue Devils nicht mehr, im Gegenteil - in den Anfangsphasen der zweiten Hälfte wirkten sie träge und verkrampft. Die Zürcher dagegen spielten nun gross auf und erhöhten auf 0:24. Die Ehrenpunkte für die Blue Devils resultierten dann aus einem Nichtaufpassen auf der Sophomores Seite. Dies war aber auch der einzige Lappus, den sie sich leistetetn. Es zeigte aber, wie stark die Blue Devils Truppe trotz ihrer vielen Jungs die erst seit sechs Monaten Football spielen eigentlich ist, und nicht zu Unrecht bis zum Sonntag ebenfalls ungeschlagen war.

Ein tolles Spiel - ein würdiges Meisterschaftsfinale

Das Niveau des Finalspieles war gut und beide Mannschaften schenkten sich nichts. Dass schlussendlich die athletischen Boys aus Zürich gesiegt haben mag verschiedene Gründe haben, doch auch in Hohenems hat man ganze Nachwuchsarbeit geleistet. Für die Hohenemser Blue Devils ist dies sicher erst der Anfang, denn praktisch alle ihrer Spieler sind auch nächste Saison noch in dieser Liga spielberechtigt. Das Spiel war aber trotz der Zürcher Überlegenheit immer spannend, fair und hochinterressant.

Perfekte Schiedsrichterleistung

Keine Wunder eigentlich brachte die Schiedsrichterleistung. Mit einem wohl besten Schiri Team der Saison wurde die Partie perfekt geleitet. Klare Entscheide, keine Diskussionen - klare Anweisungen, ganz einfach perfekt!

Mit diesem Spiel ist die American Football Saison in der Schweiz zu Ende gegangen. Eine gute, ausgesprochen spannende Meisterschaft. Auch wenn es da und dort Überraschungen gab - Aufstiegsspiel und Abstieg der Warriors, haben die Calanda Broncos den schweizerischen American Football ein grosses Stück weiter gebracht, weiter in Richtung Europa. Mit ihrem Sieg im EFAF Cup, dem Meistertitel und der vollkommenen Ungeschlagenheit, haben sie Geschichte geschrieben - Geschichte die erstmals der Schweizer Football schrieb.

Man kann jetzt betreffend Amis und Ami Coaches geteilter Meinung sein, ohne diese Einflüsse aus Nordamerika, kommen wir nicht so schnell weiter, wie es im Moment geht. Die Broncos haben es bewiesen, dass man auch mit Amis Schweizer spielen lassen kann und dies äusserst erfolgreich. Einige weitere Mannschaften haben sich das Vorbild aus dem Bündnerland bereits zu Herzen genommen und für die kommende Saison dürfen wir in mindestens drei weiteren Mannschaften mit einer Top-Verstärkung aus den Staaten hoffen. Wenn es im Moment nicht so ausgesehen hat - es ist ein Weg in die Zukunft, um den Schweizer Football kräftig zu stärken. Nur wenn auch Schweizer Spieler internationalen Ansprüchen genügen, können die Verbände und damit auch die Clubs auf zahlungskräftige Sponsoren hoffen.

Und zu guter Letzt ein Dankeschön - die Hohenemser zeigen den Weg!

Wer auch immer die Hohenemser als Fremdkörper betrachtet, sie gehören nun zur Liga. Wer mit solchem Herzblut ein so tolles Turnier veranstaltet will und muss auch dazugehören. Kein Team hat während der gesamten Saison den Platz so hergerichtet wie die Hohenemser. Die Hohenemser haben mit ihrer Platzbemalung eigentlich nur den Grundtarif echten American Footballs durchgegeben. Wieso bringen wir das als edle Schweizer nicht fertig? Arbeit? Oder Bequemlichkeit? Dass mit dem Aussehen des Platzes automatische die Stimmung aufs Publikum übergeht haben die Blue Devils bewiesen und dass es möglich ist auch. American Football hat nicht nur vier Linien!! Der Geist jeder Sportart kommt aus ihrer Entstehung aus ihrem tiefen Inneren. Oder können Sie sich Fussball ohne Sechzehner vorstellen, ohne Penaltypunkt und ohne Cornerflagge? Wohl kaum und dort genau beginnt American Football. So lange wir nicht die wirkliche American Football Philosophie in der Schweiz vertreten, so lange spielen wir keinen Top American Football - international gesehen und werden kaum von der Öffentlichkeit wahrgenommen.

Marcel Krebs

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