Mittwoch, 23. Mai 2012, 04:41:50 Uhr

12. Juli 2011, 16:42

Oesterreicher gehen (zu) hart ins Gericht mit ihrer Mannschaft

Im Vorfeld der WM wurde davon geträumt, dass das Team um Platz Drei mitspielen könnte. So standen die Rotweissen von allem Anfang an unter einem gehörigen Druck. Diese Vision wurde nach und nach raufgespielt und jetzt, wo nur mässige Erfolge oder gar keine herausschauen, da werden die Einheimischen verhauen. Dabei spielten sie gerade gegen die Kanadier nicht mal so schlecht, sie hatten sogar 10 Minuten lang einen regelrechten Erfolgsschub, was die Kanadischen Profis inklusive ihrer Coaching Truppe, an den Rande des Wahnsinns brachte.

Innsbruck, 12.7.11 mk (mk) Die oesterreichische Presse geht nicht gerade zimperlich mit ihrem Nationalteam um. Wenn schon keine Erfolge da sind, dann wird heftig Schelte getrieben. Dabei hat gerade gestern das eigene Team eine gute Leistung gezeigt. Sie hätten mit ihrer Leistung gegen die Profis aus Kanada mindestens einen Achtungserfolg in der Presse verdient. Doch die Erwartungen wurden ganz klar zu hoch gesteckt.

Das Testergebnis zwei Wochen vor der WM gegen ein amerikanisches Amateur College Team, hätte aufhorchen lassen müssen. Man verlor zwar damals nur knapp, doch man verlor eben. So erwartete die Presse immer noch Siege, Siege die die Mannschaft gegen die Gruppenteams überhaupt nicht im stande war zu bringen. Und trotzdem, auch wenn das Team Austria im besten Fall um Platz Fünf spielen kann haben die Boys als Europäer überzeugt, im Gegenzug muss man leider auch eingestehen, dass das Team weit von der Halbfinalqualifikation ist. Vorsorglich hat man ja dieses Spiel als Vorspiel für den grossen Final um Platz fünf gesetzt! Glaubte man selbst innerhalb des AFV selbst nicht an mehr? Waren die gegebenen Gelübte mit denen man sich im Vorfeld schwelgte nur Schein? Um das gesetzte Minimalziel zu erreichen muss man allerdings am Mittwoch noch Vize-Europameister Frankreich schlagen. Möglich ist immer noch alles, aber dazu braucht es eine Leistung die, die gesamte Spielzeit in Ballance bleibt.

Grosses Zuschauerinteresse

Auch gestern waren wieder weit über 6000 Zuschauer in der UPC Arena in Graz. Das müsste doch aufhorchen lassen. Selbst das ORF 1 war live dabei. Die Stimmung war sensationell und fantastisch. Die WM selbst wird sicher ein Erfolg in der europäischen Football Geschichte werden. Doch es muss dringend in allen Ländern hart am Erfolg und der Nachhaltigkeite weiter gearbeitet werden. Die Spiele und damit die Liga müssen näher an das nach neuen Erlebnissen suchende Publikum heranbringen. Doch eines ist ob aller WM Freude, wir müssen auf dem Boden bleiben der Realität bleiben. Im Moment müssen wir mit der Freude zum Footballsport wachsen und nicht mit der Leistung.

Ungemach auf die neue Saison hin in der AFL

Wie in der heutigen Ausgabe der Kronenzeitung zu lesen ist, droht der oesterreichischen American Football Liga auf die neue Saison hin Ungemach. Das Team aus Salzburg, (seit Jahren rennen wir hinter dem Erfolg und den Besten her) und das Team aus Klagenfurt, wollen aufhören. Dies wäre ein schwerer Einschnitt in die AFL. „Wir wollen dies verhindern und nochmals mit beiden sprechen.“ Dies sagt kein Geringerer als Geant Boss Karisch. Eine Minimierung auf weniger Teams in der Topliga, wäre eine Katastrophe. Die AFL lebt von einem grossen und funktionierendem Spielbetrieb. Karisch will es trotzdem in seinem Verein bei zwei Profis lassen. Mit Headcoach Chris Roades wurde schon verlängert und mit dem Quarterback Chris Gunn laufen Verhandlungen. Gunn hat mehrere hochdotierte Angebote.



Abschluss der Vorrunde in Innsbruck

Heute geht es in Innsbruck um den Gruppensieg. Die Profis aus Mexiko treffen auf ihre Kollegen aus den USA. Beide Teams haben ihre Spiele gewonnen. Die Tex Mex Truppe ist klar Aussenseiter und doch ist man gespannt, wie sie sich gegen die Amerikaner verhalten werden. Das Spiel heute Abend verspricht jedenfalls ein Highlight zu werden. Am Nachmittag treffen die beiden noch sieglosen Teams von Deutschland und Australien aufeinander. Der Gewinner darf am letzten Turniertag das Finalvorspiel bestreiten.

Am Mittwoch ist Schluss in Graz

Ein weiterer Knaller wartet dann in Graz mit dem Spiel Kanada gegen Japan. Die Japaner haben bisher eher verhalten gespielt, doch Ansätze für mehr sind bestimmt vorhanden. Für Kanadas Profi kommt nun endgültig die Stunde der Wahrheit. Dass sie als Sieger vom Platz gehen ist nach der Vorstellung vom Montag nicht sicher.

Profischwemme aus den USA und Kanada erwartet

Zu Hauf wollen sie nach Europa. Die Profis aus Kanada und den USA möchten in Europa Geld verdienen. Die Scouts sind in allen Stadien mit Block und Visitenkarte dabei. Und oft wechselt beim Feldausgang schnell ein Kärtchen den Besitzer. Nächstes Jahr werden wir in Europa überschwemmt, meint der Deutsch Scout A.W. Aus Frankfurt. Doch der Trend geht in den meisten Ländern auf weniger amerikanische Profis hin, es wird gutes Geld jetzt vermehrt in den eigenen Nachwuchs gesteckt. Der Trend sei ganz eindeutig.

Die USA haben besonders auf dem eigenen Markt eine riesige Profischwemme. Nur die Allerbesten erhalten neue Verträge und so bleiben viele auf der Bank sitzen oder beenden ihre brotlose Sportkarriere.

Eines hat die WM gezeigt

Für uns Europäer hängen die Trauben hoch, zu hoch? Um international mitreden zu können braucht es mehr als den Europameistertitel. Unsere Leaguen sind zu dünn besiedelt, dem eigenen Nachwuchs wird zu wenig Beachtung geschenkt und in Europa sind die meisten Feierabendprofis. Dazu ist die Ausbildung in den Teams ist noch zu verwässert. Nur mit gutem Willen kann man keine guten Spieler hervorzaubern. Es braucht Lehrer, Lehrer die ihr Fach verstehen und auch bereit sind, alles in die Jungs zu investieren. Solche Lehrer fehlen bw. in der Schweiz aber auch anderswo. So hinken wir mit Garantie auch in zehn Jahren noch hinter den Überseern nach.

Ein Wort zu den Schiedsrichterleistungen

Mehrere Profi Referees beglücken das Turnier. Doch gerade diese Schiris haben vielmals enttäuscht. Die zermürbende Pfeiferei der Japaner und die zunehmende Entgleitung des Spieles müsste Wahrnung genug sein nicht nur auf Geldverdiener zu vertrauen. Enttäuscht haben mich auch einige der Herren aus Kanada. Für Kanada war es die erste Turnierteilnahme der Mannschaft wie auch der Referees. Es kann aber auch sein, dass in Kanada die Spiele anders laufen und eine gewisse Anpassung nötig der Referees nötig ist. Hingegen haben die Herren aus Deutschland vollumfänglich überzeugt. Klare Entscheidungen und vor allem eine starke Linie. Gerade im gestrigen Spiel brauchte es viel Fingerspitzengefühl dazu. Der gelbe Segen blieb mit einer berechtigten Ausnahme völlig aus und man versuchte die Spiele an ihr eigentliches Ziel zu führen. Für das Publikum jedenfalls war die Pfeiferei gestern und auch bei den meisten anderen Partien angenehm.

WM Grüsse aus Innsbruck

Marcel

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