Mittwoch, 23. Mai 2012, 04:43:21 Uhr

15. November 2011, 20:20

Kampflos

Viel Klamauk um nichts!

So wie jedes Jahr der November ins Land zieht, so liegt jedes Jahr ein Streitpapier betr. Ausländern auf dem Tisch. Dieses Jahr wollte man nun endlich den König vom Thron stürzen. Leider hat man ihn wie schon Jahre zuvor verwechselt. Anstatt endlich die veralteten Strukturen des Verbandes zu entstauben, hat man wie alle Jahre zuvor versucht bei dem, der einen mit Gold gefüllten Geldsäckel trägt, am königlichen Stuhl zu sägen. Man hat es ein weiteres Mal verpasst dort zu suchen, wo vielleicht der Schlüssel zum Erfolg liegt, nämlich beim Aufbau einer vernünftigen Verbandsstruktur, die auch Perspektiven für die Zukunft und für den so nötigen Nachwuchs offen lässt. Es genügte nicht, dass die Schweizer Footballgilde mehr und mehr an Boden verliert, an Boden, den sie schon ein Jahr zuvor und nochmals Jahre davor sich selbst vermiest hat. Was die Verantwortlichen kampflos weggegeben haben, ist die Zukunft. Die Zukunft und das Lebenselixier des Schweizer American Footballs.

Zürich, 10.11.11 mk (mk) Der erneute Versuch der Teams Miteinander zu reden endete wie jedes Jahr im gegeneinander. Der schweizerische American Football hat sich einmal mehr selbst als versagendes Verbandsgefüge hingestellt. Dabei ist diese Story nicht neu, schon Jahre läuft es so. Auch wenn der Herbst an den meisten Orten in den schönsten Farben zeigt, so herrscht im American Football Tristes grau. Ob dies mit der Zwischensaison zusammenhängt, wer weiss? Ob dies mit dem Präsidium zusammenhängt, wer weiss? Was sicher ist, ist, dass im Verband ein Relaunch vorgenommen werden müsste, so wie etwa: Neue Männer braucht das Land. Das leide ist, dass man keine solchem Männer findet. Also wird es auch nächstes Jahr einen erneuten Versuch geben, irgendetwas an irgendeinem Tag mit irgendeinem Papier neu kreieren zu wollen.

Der Zug ist abgefahren

Wer die Szene in der Schweiz verfolgt, der sieht die Bewegungen im Verbandswesen, die komplett in die falsche Richtung führen. Vorbilder gäbe es doch genüge. Deutschland und Oesterreich machen es gratis vor und man würde an beiden Orten mit offenen Armen empfangen, wenn Hilfe benötigt würde. Doch der Schweizer bastelt lieber weiter an etwas unmöglich Möglichem einer Nationalmannschaft herum, die unnötig ist. Er wirft Geld zum Fenster raus und sagt zuletzt es gäbe für die Nati nur diese Fränkli. Das Gebastel im Schweizer Football Ländle kann aber nie ändern, wenn das Fundament nicht auf wirklichen Pfeilern steht. Pfeilern, die aus bestem Beton gegossen sind und dabei dafür gerüstet sind, so manchen Sturm zu überstehen und dazu gerüstet sind, dabei als starkes Fundament neue Innovationen und Visionen zu tragen. Doch anstatt am richtigen Ort zu bauen, wird lieber an Holzbänken verhandelt.

Aus der vergangenen Saison nichts gelernt

Aus der vergangenen starken Footballsaison hat der Verband aber auch die Teams nichts gelernt. Man vergeudet Zeit mit Sitzungen anstatt Nägel mit Köpfen zu machen und endlich dort anzufangen, wo es nötig wäre. Da lacht natürlich das Verbandsherz, wenn die Teams untereinander selbst nicht einig sind. Neid mag eine Rolle spielen, doch ein gewisses Unvermögen bei Einigen drückt sich auch dieses Jahr wieder durch. „Zusammen sind wir stark!“ Das ist eigentlich der Sinn eines Verbandes die Teams zusammenzuhalten und gemeinsam nach Wegen zu suchen. Nach ansprechenden Spielen in der vergangenen Saison die kleinen Lichtblicken gleichkommen, sitzen alle wieder im Dunkeln und suchen den Schalter – für das Licht. Gelernt aus der Saison haben die Verantwortlichen nichts, im Gegenteil, der Sturzflug geht weiter – hoffentlich wird im allerletzten Moment die rettende Rakete noch gezündet.

Es bleibt so, wie es ist!

Für die neue Saison werden kaum Neuerung und Verbesserungen erwartet, höchsten, dass vielleicht der Wurststand beim Spiel nicht zu nahe am Spielfeld stehen darf. Schade. Man hat ein weiteres Mal verpasst mit der Zeit zu gehen, mit der Zeit die auch Wunden heilt und ein Miteinander und ein „Zusammen sind wir stark“ fördert. Wetten, dass nächstes Jahr das genau gleiche abläuft?

Marcel Krebs

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