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14. Dezember 2011, 18:28
Tausend schaurig schöne Stunden
Die AMF Liga sucht verzweifelt einen Ausweg
Trotz Massenaufgebot an Imports hat die Liga nicht profitiert vom glamourösen Auftritt der aussergewöhnlichen Importgilde. Zu viel Neid verdarb schon nach wenigen Meisterschaftswochen den Brei. Und dann wollte man eine neue Regelung und auch wenn man dazu alles infrage stellte und die Liga bereits mit diesem Antrag komplett überforderte. Es blieb alles beim alten, wie schon Jahre zuvor. Motzen und den Bettel hinwerfen? Mit solchen Methoden eine sonst schon arbeitsmüde Crew zu motivieren, das war gleich von Beginn an schwierig und dürfte bis zum Saisonbeginn noch einiges Kopfzerbrechen bereiten. Fünf Klubs gegen einen Klub konnten das Rad auch dieses Jahr nicht in die Steinzeit zurückdrehen und man musste gesenkten Kopfes am 26. November in Olten abziehen. Und noch besser: Die Liga zeigte sich an dieser DV vom 26. November 2011 nicht mehr in der Lage dem angerichteten Chaos Meister zu werden und schrie laut um Hilfe, obwohl man aus lauter Bequemlichkeit nicht mehr über den Pultrand hinaussah!
Zürich, 14.12.11 mk (mk) Diese Hilfe ist allerdings nicht so recht ins Rollen gekommen. Kein Wunder! Zu viele Köche verderben den Brei und Eifersucht ist seit je her eines der "Grand Problemas" der Teams des American Football Verbandes. Es ist so ein bisschen wie, wenn die Völker sich aufrüsten und weist, zuweilen Parallelen zum "Kalten Krieg" früherer Jahre auf. Man schaut nach wie vor nur auf sich und denkt nicht im entferntesten daran an seinen Teamkameraden zu denken.
Gerade jetzt wäre ein zusammen und ein füreinander wichtig!
Die Zeit wäre reif, endlich miteinander einen gemeinsamen Weg zu gehen. Der Weg hat sich aber bereits nach wenigen Anläufen mehr als steinig erwiesen und ist vom normalen Verkehr gar nicht mehr zu bewältigen. Die Zeit wird knapp und das Chaos nicht kleiner. Die erste Ausgabe des Spielplanes (liegt der Redaktion vor) glänzt in Unausgewogenheit und Ausführung und noch mehr an Unstimmigkeiten. Zufrieden ist niemand - der Kessel brodelt. Das wäre noch das kleinere Übel, viel grösser ist, dass man immer noch nicht eingesehen hat, dass es mehr als fünf nach zwölf geworden ist und ein "Miteinander" unabdingbar ist. Statt aber endlich Ordnung in den Schubladen zu machen, wird bereits wieder freudig und mit grosser Kelle angerührt, eingekauft und nach dem Prinzip "Einer wird's schon richten" weiter gewurstelt. Man stellt auf stur und schliesst die Türen mit eisernen Schlössern und man stellt sich Tod und wartet auf den "Güdelimann".
Und doch gab es Höhepunkte
Auch wenn das Chaos schon längst seinen Lauf nahm, gab es diese Saison fantastische Höhepunkte - wiederholen werden sie sich nicht mehr so schnell wieder. Profit wurde nämlich keiner daraus geschlagen im Gegenteil, das Heulen ging schon vor dem Swissbowl Final los.
Die Krönung für den Meister
Ein Team das wirklich grosse Leistungen erbracht hat, ist die Bündner Truppe der Calanda Broncos. Was sie für den Schweizer Football und die strahlenden Gesichter des Nachwuchses und ihren Fans vollbracht haben, ist eines Awards würdig. Man kann jetzt über die Broncos urteilen, wie man will, eines dabei darf man nicht verschweigen - ohne die Broncos wäre das Niveau in der Abgelaufenen nicht so hoch gewesen und es wahr auch noch nie so hoch. Zum Schluss hat ihnen das Glück gefehlt, denn in Wien hätten sie ebenso als Sieger vom Platz gehen können. Die Calanda Broncos haben für Spektakel gesorgt - Spektakel, dass leider von viel Neid der anderen Teams begleitet wurde. Dass sie auch noch Meister wurden, hätte ja alle anderen Teams auf die kommende neue Saison hin beflügeln müssen, doch das Gegenteil traf ein. 7000 Neider warteten übers gesamte Jahr auf eine Schlappe im Bündnerland - der Meister hat sich dennoch auch in schwierigsten Situationen durchgesetzt. Man wusste nämlich bald, dass einiges im Bündnerland im Coaching nicht rund lief. Mit dem bereitgestellten Kader passierte zu wenig. Die hohe Qualität an Spielern konnte schon während der Saison nie richtig auf dem Feld eingesetzt werden. Woran lag es? Spekulationen hin, Spekulationen her - um Meister zu werden und um in der Champions League zu Punkten, reichte es alleweil. Eines muss man den Bündnern dennoch sagen; das grosse Ding hätte schon in der abgelaufenen Saison passieren können. Ob dieses Jahr überhaupt noch Gelegenheit dazu besteht, ist weiter fraglich.
Der Zweite aus Basel war sportlich ein Lichtblick!
Den Gladiators aus Basel wurde zum zweiten Mal der Meistertitel verwehrt. Nach dem kraftlosen Final vom 2010, hat man sich diesmal zusammengerauft und ein gefälliges Spiel gezeigt. Dabei spielten die Gladiators nicht nur ein anderes, sondern ein ebenso attraktives Spiel wie die Broncos. Die Basler Truppe darf sich stolz Vizemeister nennen. Die Mannschaft hat fantastische Spiele gezeigt und man denke nur an das Spiel in Chur gegen die Broncos. Es war das Beste der gesamten Saison und das aller Spiele.
Dies wäre eigentlich American Football, dazu braucht es halt auch sehr viel Engagement und, ein bisschen Geld. Der Liga und dies ist so unbestritten wie der Schweizerfranken hat es gut getan, der Entwicklung des American Footballes in der Schweiz leider nicht, weil sonst zu vieles Unprofessionelles in der Meisterschaft gelaufen ist. Dwaine Wood muss man zugutehalten, dass er mit seinen Gladiators der Einzige wahr, der neben den Broncos mit seiner Mannschaft eine konstante hochklassige Leistung über dem Schweizer Durchschnittsfootball brachte. Auch wenn der Gladiators Coach immer wieder angezweifelt wird, ist er einer der Wenigen im Lande, die aus dem Minimum das Maximum herausholen können. Dabei darf man aber nicht darüber hinwegsehen, in Basel kamen wahre Juwelen an Spielerimports zum Zuge. Spielerpersönlichkeiten wie die eines Clinton Graham etc. haben der Mannschaft und auch dem Spielerkader viel gegeben und zu Topleistungen angetrieben.
Imports ja oder nein?
Auch wenn gerade der, der gegen viele Imports ist, bereits wieder solche engagiert hat, ist die Diskussion über dieses Problem gerade wieder entstanden. Auch in anderen Sportarten war ein solches Problem lange eines, das viel zu reden gab, doch heute hat man sich auf eine grosszügige Lösung zugunsten aller geeinigt. Daraus sollten die Teams lernen. Es ist sowieso eine Teamangelegenheit. Wer zum Spitzensport ja sagt, der muss auch zum Thema Spitzenspieler ja sagen. Es bringt nichts, rein gar nichts, wenn wir auf eigenen Nachwuchs pochen - diesem Nachwuchs aber keine Vorbilder zeigen und es keine Gelegenheit gibt, auch mit den Vorbildern gross zu werden. Diese typisch kleinkarierte Einstellung hat dabei überhaupt nichts mit Geld zu tun, sondern mit Leistungs- und Spitzensport. Neidisch auf den zu schauen, der die besseren Spieler hat, ist dabei fehl am Platze.
Nichts gelernt und nichts gewonnen!
So wird auch in Zukunft das Importproblem im AMF an erster Stelle stehen, zum Leidwesen derer, die ihre Mannschaften auf die internationale Bühne bringen wollen. Einige allerdings scheinen daraus gelernt zu haben, sie haben sich wenigstens für die internationalen Wettbewerbe angemeldet.
Es geht nicht nur um den Nachwuchs, aber darum um aus diesem Nachwuchs die gewünschten Ressourcen zu ziehen. Dazu muss man diesen Nachwuchs aber auch erst mal seriös und mittelfristig aufbauen. Doch dazu bedarf es einer mittelfristigen Planung, einer Planung die alles mit einschliesst und nicht von einer Planung, die bereits von einer Nationalmannschaft als oberstes Ziel träumt und schlussendlich platt auf die Nase fällt. Und hier schliesst sich der Kreis.
Chefkoch oder Giftmischer?
Um eine solche Planung vorzunehmen, braucht es einen Chefkoch und viele hervorragende Köche die ihm dabei helfen mit ihren hervorragenden Qualitäten den anderen zum Festmenü zu verhelfen. Dann sind sie zusammen ein Team und werden innert kürzester Zeit in den Kreis der Gault Millauköche aufgenommen. Die Sterne lassen dann nicht lange auf sich warten. Was es ebenfalls braucht, ist das der Chefkoch auch weitere Hilfsköche engagiert und diesen ebenfalls Verantwortung überträgt, Verantwortung, die nach Engagement und erfolgtem Einsatz verteilt wird. Ich frage mich auch immer wieder: Wer ist überhaupt für die vielen hoffnungsvollen Jungs im Schweizer American Football verantwortlich? Sind es Köche mit der Klasse eines Gault Millau Koches oder sind es Hilfsköche ohne Chefkoch?
Für die Zubereitung eines feinen Essens, braucht es auch die allerbesten Zutaten und die auserlesensten Sachen an Gewürzen und Beilagen.
Die kommende Saison, falls sie stattfindet, wird jetzt schon von einer schweren Last begleitet, die jeder auf dem Rücken trägt. Macht es so Spass? Die Leidtragenden bleiben die Spieler und auch alle Teams die sich zurecht überlegen eine neue Liga zu gründen, oder sich nach einer anderen Sportart oder mehr Freizeit umzusehen. Verübeln kann man es ihnen nicht. So lange aber die Kommunikation nicht vorhanden ist und die Türen und Herzen weit offen stehen, werden sich die Sponsoren auch rarmachen. So können die Übeltäter weiter über alles fluchen und die Türen der offenen Kommunikation zuschlagen. Gelernt haben sie in all den Jahren nichts, haben sie es aber überhaupt auch verdient Erfolg oder wenigstens eine neue Saison mit Spielbetrieb zu haben?
Bis es nicht mehr geht
Irgendwann werden sie den Nagel, der das Rad komplett zum Stillstand bringt, doch noch einschlagen und den AMF nach vielen, vielen Versuchen, stolz zu Grabe tragen. Und auf dem Grabstein wird stehen: Wir haben es versucht, doch wir konnten dir nicht helfen. Wir haben alles getan, dir beizustehen, die anderen wollten nicht, wir konnten nicht.
Marcel Krebs
Leserkommentare (3) »

Die beste Mannschaft hat gewonnen. Zum grossen Glück fehlte eine Minute.

Einer der herausragensten Spielerpersönlichkeiten in und um das Feld war der Amerikaner Clinton Graham von den Basel Gladiators.

Speziell und eine Klasse für sich. DJ Wolfe der Profi beim Schweizer Meister, der auch international allen um die Ohren rannte.


